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Aus der Natur 03/2021 

Der Star - ein Meister der Imitation. Der Einzug der Zugvögel aus Süden ist in vollem Gange. Einige habe bereits mit dem Brutgeschäft begonnen.

Besonders auffällig verhalten sich im Moment die lustigen Gesellen mit ihrem in der Sonne glänzenden Gefieder. Gemeint sind natürlich die Stare. Überall werben die Männchen mit ihrem pfeifenden, schnalzenden und rätschenden Gesang um die Gunst der Weibchen. Das Besondere am Starengesang: Nur die soeben beschriebenen Laute sind ihm angeboren. Den Rest muss er erlernen sprich erst mal zu hören, was andere Vögel so von sich geben und dies dann in den eigenen Gesang einbauen. Und so pfeifen Starenmännchen Laute von Pirol, Rauchschwalbe, Mäusebussard etc. und narren so manchen Beobachter. Selbst Hundegebell oder technische Geräusche werden nachgeahmt. Stare sind Zugvögel und treffen meist im Februar März in unseren Breiten ein. Allerdings kommt es als Folge der milden Winter immer häufiger zu Überwinterungen. Die Jungvögel werden in Baumhöhlen aufgezogen. Auch Nistkästen werden von der Art gerne angenommen. 

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Aus der Natur 02/2021

Der Schneesperling - Ein Bewohner des Hochgebirges. Für einmal stellen wir Euch eine Vogelart vor, die weder im heimischen Wald noch im Garten, geschweige denn im Flachland überhaupt zu finden ist. Es handelt sich um den Schneesperling, salopp Schneespatz oder früher Schneefink genannt.

Wir müssen ziemlich in die Höhe, um den Verwandten von Haus- und Feldsperling zu finden. Der Schneesperling brütet in Höhen zwischen 1700 und, man höre und staune, 3500 Metern über Meer. Selbst im Winter, wenn in solchen Lagen eine meterdicke Schneedecke liegt, kommt er selten bis nie tiefer als 1500 Meter über Meer. Vom Wind frei gelegte, apere Stellen bieten ihm Nahrung in Form von allerlei Sämereien. Er profitiert aber auch von Bergrestaurants, wo er von Speiseresten angezogen wird und meist wenig Scheu zeigt. Die besten Chancen, den Schneespatz zu finden und zu beobachten, haben wir somit dort und im Winter. Schneesperlinge sind meist in Gruppen unterwegs. Die gut wärmeisolierten Nester baut der Schneesperling in Felsspalten, unter Dächern von Alphütten und in Skiliftmasten. Wichtig ist die Nähe von alpinen Rasen, wo er während der Schneeschmelze Insektenlarven als Nahrung für die Jungen findet.

Im Flug ist der Vogel sehr auffällig und zeigt viel weiss im Gefieder. Der Schneespatz hat einen grauen Kopf mit zur Brutzeit schwarzem, im Winter gelblichem Schnabel. Die Kehle des Männchens ist schwarz. Die Weibchen sind etwas matter gefärbt. Wie Haus- und Feldspatz ist der Schneesperling ein äusserst agiler und quirliger Vogel und es ist sehr unterhaltsam, ihn zu beobachten. Leider ist in den letzten Jahren in den Alpen ein Rückgang des schönen Vogels dokumentiert. Dabei dürfte auch die Veränderung des Klimas eine Rolle spielen. Noch brüten 6000 – 9000 Paare in der Schweiz. Hoffen wir, dass die noch lange so bleibt.

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Aus der Natur 01/2021

Winterfütterung von Vögeln

Ist Vögel füttern im Winter sinnvoll? Eine sachgemässe Zufütterung in Zeiten mit Nahrungsmangel kann gewissen Kleinvögeln im Siedlungsbereich das Überleben erleichtern, vor allem im Winterhalbjahr. Es ist jedoch – ausser bei Dauerfrost und längeren Schneeperioden – aus biologischer Sicht nicht unbedingt notwendig. Allerdings sprechen sich mittlerweile auch namhafte Ornithologen, zum Beispiel Peter Berthold, für eine Fütterung aus und zwar ganzjährig. Tatsache ist: Die Winterfütterung bietet tolle Möglichkeiten diverse Vogelarten gut beobachten zu können. Füttern ist jedoch nicht gleich füttern, sondern will verstanden sein. Alles über eine sachgemässe Winterfütterung ist zu finden unter https://www.birdlife.ch/de/content/vogelfuetterung



Aus der Natur 09/2020

Wie schützen sich Vögel vor der Kälte?

Ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass besonders wenn Temperaturen unter dem Gefrierpunkt herrschen, viele Vögel dick erscheinen? Das rührt nicht vom fressen her, sondern ist ein Merkmal des Kälteschutzes. Bei tiefen Temperaturen plustern Vögel ihr Gefieder auf. Damit entsteht rund um den Körper eine vollkommen ruhige und isolierende Luftschicht. Das Federkleid ist zudem sehr windabweisend. Dieses Verhalten lässt so manchen Vogel im Winter pummelig erscheinen. Immerhin gilt es eine Körpertemperatur von rund 40 Grad aufrecht zu erhalten. Alleine mit isolieren ist es aber nicht getan. Besonders Kleinvögel sind in der kalten Jahreszeit praktisch den ganzen Tag mit fressen beschäftigt. Dabei geht es darum, so viele Fettreserven anzulegen, damit die ganze Nacht davon gezehrt werden kann. Frisst der Vogel tagsüber zu wenig, fällt er in der Nacht irgendwann buchstäblich «vom Stängeli». Fettreserven lagern Vögel im Bereich des Brustbeines unter der Haut an. Bläst man dort das Gefieder zur Seite, ist dieses Fett sichtbar oder eben auch nicht. Sprich man kann sehen, wie gut ein Vogel ernährt ist. Bei der Winterfütterung von Vögel ist es wichtig, einen grossen Anteil fetthaltiges Futter beizumischen. Besonders geeignet dafür sind gehackte Erdnusskerne. Text und Fotos: Urs Kägi 




Aus der Natur 08/2020

Ein im Winter singender Vogel

Haben Sie in den letzten Tagen auch da und dort die perlende Strophe eines Vogels vernommen? Haben Sie auch gedacht, das kann nicht sein? Vögel singen doch nur im Frühling! Natürlich ist das so. Doch es gibt einige wenige Ausnahmen. Zu diesen gehört das hübsche Rotkehlchen. Viele Rotkehlchen aus dem Norden sind zum Überwintern in Mitteleuropa. Sie verteidigen ein Nahrungsrevier und singen deshalb - als eine der wenigen Vogelarten auch im Herbst und Winter. Nicht nur das Männchen singt, sondern auch das Weibchen. Kommen sich zwei Rotkehlchen im Winter in die Quere, gibt es ordentlich Krach. Da etliche dieser nordischen Rotkehlchen aus menschenleeren Gegenden kommen hat es immer wieder solche darunter, die sehr zutraulich sind und in uns Menschen keine Gefahr sehen. Rotkehlchen erscheinen im Winter oft und gerne an Futterstellen. Mit Beginn der Brutzeit im Frühling verlassen uns die Wintergäste wieder Richtung Norden. Die bei uns brütenden Rotkehlchen führen dann ein eher verstecktes Leben. 

Gesang des Rotkehlchens


Aus der Natur 07/2020

September – Zugzeit vieler Watvögel 

Die meisten Watvögel, auch Limikolen genannt, sind Brutvögel des hohen Nordens und sind bis weit über den Polarkreis in Tundra und Taiga zu Hause. Eine (noch) sehr häufige Limikole ist der Alpenstrandläufer. Sein Name ist ziemlich irreführend. Er kommt weder zur Brutzeit noch auf dem Zug auf Alpen vor. die  etwas irreführende Bezeichnung Alpenstrandläufer ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass deutschsprachige Ornithologen ihn zu Beginn des 19. Jahrhunderts vor allem als Brutvogel der lappländischen Alpen kannten. Die meisten Watvögel, darunter auch der Alpenstrandläufer, ziehen den Küsten entlang in ihre Winterquartiere. Sie bilden dabei, insbesondere im Wattenmeer, oft Schwärme mit zehntausenden Exemplaren. Doch auch im Binnenland lassen sich auf dem Zug rastende Limikolen beobachten, wenn auch in viel geringerer Zahl. Wissenschafter befürchten, dass mit den tauenden Permafrostböden im Norden durch den Klimawandel der Alpenstrandläufer und viele weiter Watvögel grosse Flächen an Brutareal verlieren werden.

Die Bilder zeigen einen wenig scheuen Alpenstrandläufer am Ufer des Klingnauer Stausees am 02.09.2020. Der ausgedehnte, schwarze Fleck am Bau verrät ihn als Altvogel. Mit seinem langen Schnabel ertastet der Vogel Nahrung im Schlick. Fotos: Urs Kägi