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Aus der Natur 08/2020

Ein im Winter singender Vogel

Haben Sie in den letzten Tagen auch da und dort die perlende Strophe eines Vogels vernommen? Haben Sie auch gedacht, das kann nicht sein? Vögel singen doch nur im Frühling! Natürlich ist das so. Doch es gibt einige wenige Ausnahmen. Zu diesen gehört das hübsche Rotkehlchen. Viele Rotkehlchen aus dem Norden sind zum Überwintern in Mitteleuropa. Sie verteidigen ein Nahrungsrevier und singen deshalb - als eine der wenigen Vogelarten auch im Herbst und Winter. Nicht nur das Männchen singt, sondern auch das Weibchen. Kommen sich zwei Rotkehlchen im Winter in die Quere, gibt es ordentlich Krach. Da etliche dieser nordischen Rotkehlchen aus menschenleeren Gegenden kommen hat es immer wieder solche darunter, die sehr zutraulich sind und in uns Menschen keine Gefahr sehen. Rotkehlchen erscheinen im Winter oft und gerne an Futterstellen. Mit Beginn der Brutzeit im Frühling verlassen uns die Wintergäste wieder Richtung Norden. Die bei uns brütenden Rotkehlchen führen dann ein eher verstecktes Leben. 

Gesang des Rotkehlchens


Natur aktuell 07/2020

September – Zugzeit vieler Watvögel 

Die meisten Watvögel, auch Limikolen genannt, sind Brutvögel des hohen Nordens und sind bis weit über den Polarkreis in Tundra und Taiga zu Hause. Eine (noch) sehr häufige Limikole ist der Alpenstrandläufer. Sein Name ist ziemlich irreführend. Er kommt weder zur Brutzeit noch auf dem Zug auf Alpen vor. die  etwas irreführende Bezeichnung Alpenstrandläufer ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass deutschsprachige Ornithologen ihn zu Beginn des 19. Jahrhunderts vor allem als Brutvogel der lappländischen Alpen kannten. Die meisten Watvögel, darunter auch der Alpenstrandläufer, ziehen den Küsten entlang in ihre Winterquartiere. Sie bilden dabei, insbesondere im Wattenmeer, oft Schwärme mit zehntausenden Exemplaren. Doch auch im Binnenland lassen sich auf dem Zug rastende Limikolen beobachten, wenn auch in viel geringerer Zahl. Wissenschafter befürchten, dass mit den tauenden Permafrostböden im Norden durch den Klimawandel der Alpenstrandläufer und viele weiter Watvögel grosse Flächen an Brutareal verlieren werden.

Die Bilder zeigen einen wenig scheuen Alpenstrandläufer am Ufer des Klingnauer Stausees am 02.09.2020. Der ausgedehnte, schwarze Fleck am Bau verrät ihn als Altvogel. Mit seinem langen Schnabel ertastet der Vogel Nahrung im Schlick. Fotos: Urs Kägi